Marillions zarter Gitarrenmeister
Mit seiner Band Marillion wurde Steve Rothery 2008 unter die "50 besten Live Acts aller Zeiten" gewählt. Anlässlich neuer Projekte hat der Gitarrist eine Auszeit von der Studioarbeit genutzt um einem der "50 besten Magazine im Saarland" ein Interview zu geben.
Ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass einige der größten Rock-Gitarristen Steve mit Vornamen heißen? Steve Howe, Steve Hacket, Steve Vai, Steve Stevens, Steve Cropper, Steve Rothery...
Steve Hillage ist ein weiterer. Wirklich lustig, muss ein populärer Jungennamen in den Fünfzigern und Sechszigern gewesen sein.
Wo wir gerade bei Namen sind. Ürsprünglich hieß "Marillion" mal "Silmarillion". Später wurde der aus markenrechtlichen Gründen Name geändert. Wer war damals eigentlich der große Tolkien-Fan?
Das war ich, sowie der damalige Bassist Doug Irvine.
Was, außer Bedienungsanleitungen von Effektgeräten, liest Du noch gerne?
Meistens Science Fiction und Fantasy, aber auch gerne zeitgenössische Autoren wie Sebastian Faulks, Louis de Bernieres und Iain Banks.
Wie fandest Du die "Herr der Ringe" Filme?
Die haben mir wirklich Spaß gemacht. Der dritte Teil wirkte ein bisschen hastig gedreht, aber insgesamt waren die Filme ein unglaublicher Erfolg.
Du bist einer der Top-Gitarristen im Bereich progressiver Musik. Ursprünglich wurde das Genre von Bands wie Yes, Genesis und King Crimson geprägt. Wie würdest Du diese Musik heute definieren?
Ich fasse unter dieser Musik alles zusammen, was nicht in den Mainstream passt. Ich versuche etwas außerhalb gängiger Popsong-Strukturen zu schaffen, was trotzdem melodiös und interessant klingt.
Du bevorzugst bei Deinen Soli Melodie vor Geschwindigkeit. Sicher kannst Du auch schnell spielen. Kannst Du Deinen Ansatz mal erklären?
Die Musiker, die mich am meisten inspiriert hatten, als ich mit dem spielen anfing, waren diejenigen, die ihrem Spiel eine gewissen emotionale Intensität und einen melodischen Ansatz gegeben haben. Gitarristen wie Dave Gilmour, Steve Hackett, Andy Latime und Jeff Beck. Was die Gitarre für mich so speziell macht, ist ihre Fähigkeit Emotionen zu transportieren. Es ist schwierig beim Schreddern etwas einprägsames zu schaffen. Das wird dann eher zu einem olympischen Event, als zu einem musikalischem.
Was steht als nächstes bei Dir an?
Wir sind gerade im Studio und schreiben unser nächstes Album. Im November geht es dann auf Tour. Wir spielen in Deutschland ein paar Shows zusammen mit der Band Saga.
Kannst Du uns etwas über Dein Live-Setup erzählen?
Meine Live-Ausrüstung besteht aus zwei verschiedenen Setups: Auf der einen Seite ein TC Electronics 2290 Effektgerät in einen Roland JC 120 Verstärker, dazu ein Analogman Boss DS-1 distortion und eine Boss RC-300 Chorus Einheit in den Loops. Dann benutze ich eine Roland GP-16 Effekteinheit, mit ein paar Rockman Modulen in einem alten Quadraverb. Auf der anderen Seite kommt ein Grove Tubes Trio Preamp und ein Dual 75 Power Amp zum Einsatz. Dort steht ein anderes 2290, sowie ein Lexicon MPX-G2 Effektteil. Dazu kommt ein Hughes & Kettner Rotosphere und ein Roger Linn Pedal in den Loops vom 2290er.
Interview: Markus Brixius Bilder: privat/James Fishwick
www.marillion.com


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