Mir so nah
Ganze 14 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit die heute 30-jährige Stuttgarterin Cassandra Steen erstmals aktenkundig wurde. Damals als Featuregast im Freundeskreis, mitten in den Wogen des monströsen deutschen HipHop-Booms von 1997. Sie war das Mädchen mit der tollsten Stimme der Welt, zur rechten Zeit am rechten Ort. Und doch musste sie den ganz langen Weg gehen, um der Mensch zu werden, der sie heute ist.
Die ersten Gesangsversuche, angefixt vom musikversessenen Großvater. Der frühe Fame mit Freundeskreis. Ein Gastspiel bei der Hamburger Hitfabrik Booya. Die drei ungemein erfolgreichen Alben mit Glashaus. Zwischendrin die erste Solounternehmung, ein Tribut an die Helden ihrer Kindheit: Michael Jackson, Mariah Carey, Mary J. Blige. Gold, Platin und Echos.
„Ich suche nach dem Leben und nicht dem Sinn“, heißt es dabei auf „Ich flieg hinaus“, einem heimlichen Schlüsselstück der Platte. „Mir So Nah“ ist voll von diesen programmatischen Einzeilern, die mehr über die Cassandra des Jahres 2011 verraten, als alle ellenlangen Elogen über Erfolg, Erfahrung und Erwachsenwerden es je könnten. „Ich habe lange genug Zeit gehabt, mir nichts zu gönnen; habe so lang darüber nachgedacht, es nicht zu können“, singt sie an anderer Stelle. Nur um mit Nachdruck den dicksten denkbaren Schlussstrich unter dieses Dunkel zu ziehen: „Leben fließt in Strömen“.
www.Cassandra-Steen.de
Lokschuppen, Dillingen, Sonntag, 11. März
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