David Knopfler

Brothers in Musik
Gemeinsam mit seinem Bruder Mark Knopfler gründete David Knopfler 1977 die Band Dire Straits. Trotz des großen Erfolgs verließ David nach drei Jahren die Band um fortan als erfolgreicher Solokünstler zu arbeiten. Derzeit bastelt der sympathische Schotte an einem neuen Album und bereitet sich auf seine Europatour vor, während dieser er auch Deutschland besucht.

Egal ob es sich um die Dire Straits handelt, Deine Soloalben oder die Deines Bruders Mark. Die Knopflers scheinen immer den Nerv des Publikums zu treffen. Wie schreibst Du Deine Songs?


Oh, vielen Dank. Ich habe schon mit elf angefangen Lieder zu schreiben, sodass es für mich immer einer Art zweite Sprache war. Ich versuche nicht all zu sehr eine Formel zu finden. Das Gerüst eines Songs kann eine lyrische oder melodiöse Idee sein, oder etwas von beidem. Wie die meisten Songwriter notiere ich mir die Idee schnell und arbeite anschließend ausführlich daran. Wenn sich mir beim Schreiben ein Reim aufdrängt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich den Song verwerfe.

Dein Bruder Mark ist gerade auf Tour mit Bob Dylan, den Du selbst als einen Deiner "Helden" bezeichnest. Wenn Du mit einem Künstler Deiner Wahl auf Tour gehen könntest (tot oder lebendig), wer wäre das?

Ich glaube ich muss die großen "Helden" nicht unbedingt treffen und bin glücklich damit deren Arbeit zu genießen. Aber natürlich gibt es einige Künstler mit denen ich gerne touren oder arbeiten würde. Als erstes fallem mit da Mark Cohn, Richard, Shindell, Antje Dovecot und viele mehr ein. Das könnte eine echt lange Liste werden.

Du hast Dich sehr früh mit dem Fragen beschäftigt, wie sich das Internet auf das Musikbusiness auswirkt. Was hat sich seit den 90ern geändert.?

Es ist einfach in keinster Weise mehr das Gleiche. Ich habe mal ein Buch mit dem Titel "Bluff Your Way in the Rock-Music Business" veröffentlicht. Davon kannst Du heute kein Wort mehr gebrauchen, denn die Jagd nach dem großen Deal, wie man es bis etwa 1995 betrieben hat, ist einfach für Künstler heutzutage keine Option mehr. Das Buch ist heute bestenfalls ein Anachronismus, wie die Industrie einmal funktioniert hat. Ich glaube es wird eine weitere Polarisation stattfinden zwischen wenigen, kommerziell super-erfolgreichen Künstlern und denen, die eher unabhängig in einer Hand-zu-Mund-Weise operieren. Ich könnte mir vorstellen, dass man am Ende des Konzertes eines großen Stars sich gleich die DVD von diesem Auftritt kaufen kann, oder das man sich Live-Auftritte zuhause via pay-per-view ansehen kann. Wenn neue Technologien auftauchen, wird sie die Industrie schon einsetzten.

Du warst kürzlich auf Tour mit einem schönen Akkustik Set, kannst Du uns etwas über Dein Equipment erzählen.

Derzeit spiele ich meine Breedlove Custom Acustics – ein wunderschön gefertigtes Teil, bei dem hervorragendes Holz verwendet wurde. Davon habe ich eine mit sechs und eine mit zwölf Saiten. Dazu Carlos Juan Pickups, die sind extrem dynamisch und verzerren den Ton nicht bei ganz leiser oder ganz lauter Einstellung. Deshalb kosten sie wahrscheinlich auch ein ganzes Vermögen. Ich mag aber auch meine Taylors, die immer sehr zuverlässig sind. Amps oder Effekte verwende ich gar nicht, auch keinen EQ, wenn der Raum nicht gerade eine vollständig schlechte Akkustik hat.

Interview: Markus Brixius Bild: privat

www.david-knopfler.de

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