Don’t believe the Hype
Virginie, kannst Du Dich und Deine Arbeit kurz vorstellen?
Ich habe den Blog 2009 eingerichtet, nachdem ich mich von MySpace getrennt hatte. Dort war ich Marketingdirektorin. Ich habe diesen Blog eingerichtet, weil ich nirgends Marketinginformationen über Musik gefunden habe, die mich interessiert haben. Ursprünglich wurde der Blog auf „Tumblr“ eingerichtet. Das Ziel war dabei lediglich Musiker über alle möglichen vorhandenen Arten von Konzepten zu informieren. Der Blog gewann allerdings immer mehr und mehr an Bedeutung. 2010 habe ich eine Agentur für Musikkonzepte gegründet. 2011 habe ich gerade erst eine Konzeptagentur für Künstler und die kreative Industrie aufgemacht. Innerhalb von zwei Jahren sind wir von einer Agentur zu einem Blog geworden. Das Buch wurde im Mai 2010, nein, entschuldigen Sie, im Mai 2011 bei IRMA veröffentlicht und es handelt von digitalen Konzepten und Musik.
Wenn eine Band durchstarten oder zumindest sich weiterentwickeln möchte, welche Tipps würdest Du Ihr in Sachen Kommunikations- und Marketingfragen geben?
Erst einmal sollte man im Voraus genau darüber nachdenken, was man machen muss. Nicht eine Musikkarriere irgendwie starten. Nichts anfangen ohne Inhalt. Die eigentliche Problematik besteht darin, dass man einfach irgendetwas ins Netz stellt, um dann mal zu schauen, was passiert. Das Netz ist aber wie das wirkliche Leben auch, man muss professionell sein und hier auch seine Professionalität unter Beweis stellen. Das bedeutet, dass man Inhalte hoch lädt die abgeschlossen, final sind, man eine finale Artwork postet, auf eine ausgefeilte Biographie stößt. Den Tipp, den ich hier also nur geben kann, ist erstens der, extrem professionell zu sein .Zweitens sollte man regelmäßigen Kontakt zu den Fans aufbauen. Auch Verantwortung zeigen und sich also nicht einfach auf alles, was es gibt, stürzen, sondern lediglich mit einigen wichtigen Netzwerken arbeiten.
Sind die sozialen Netzwerke, die individuellen Massenmedien im Internet für Dich ein Mittel, um in den Massenmedien anzukommen oder handelt es sich hier um etwas komplett anderes, das seine eigene Existenz und Autonomie hat?
Bist Du auch der Meinung, dass durch den einfacheren Zugang zur Musik, sei es durch illegale Downloads oder durch Streaming, das Mittel um bekannt zu werden, nicht stärker in den Vordergrund getreten ist als der eigentliche Wert der Musik?
Ja, das ist vollkommen richtig. Zunächst muss man über den Begriff „ Wert der Musik“ nachdenken. Was gibt uns die Musik? Ich glaube, es ist allgemein ein großes Problem, dass man nicht versteht, welche Arbeit ein Musiker neben der Musik noch hat. Die Tatsache, dass diese ganze Arbeit noch ein wichtiges Hilfsmittel zur Produktion benötigt . Die Musik kann also nicht kostenlos angeboten werden, denn das würde auch bedeuten, dass man die gute Entwicklung eines Künstlers leugnet. Bei diesem Thema kann man auch sehr schizophren argumentieren. Das bedeutet, man kann kostenlos angebotene Musik verwenden, um an Bekanntheit zu gewinnen und natürlich steckt der Wert dann in allem, was man um die Musik herum macht. Dadurch bietet man nicht nur seine Musik an, sondern man verleiht seiner Musik einen Wert. Tatsächlich bedeutet das also, lebendige Inhalte, exklusive Inhalte wie z.B. „Tumblr“-Inhalte anzubieten, seiner Musik etwas anderes hinzuzufügen.
Ja, das ist ein wirkliches Problem für diese Bands, die das nicht anders handhaben können. Die Entwicklung der Musik, die Entwicklung des Marktes und die neuen Medien gehen aber diesen Trend und man kann nicht gegen diesen Strom schwimmen. Daraus entwickelt sich ein wirkliches Zeitproblem. Ich verstehe es, dass es viele Bands gibt, die nicht viel Zeit haben, weil sie arbeiten, weil, sie proben, weil sie Musik schreiben, aber leider kann man nicht einfach nichts tun, denn es sind alleine die Fans, die die Musik tragen und verbreiten können. Ja, es ist also ein echtes Problem. Ja, wir sind uns darüber alle bewusst, nur, es gibt leider keine Lösung für dieses Problem, außer der, es zu tun.
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