Wolfgang Reeb

Ich bin ein Pirat!

Wolfgang_Reeb-0017Alle sind darauf gespannt, wie sich die Piratenpartei bei den vorgezogenen Landtagswahlen schlagen wird. Schaffen es die jungen „politischen Rotznasen“ tatsächlich in den Landtag? Der Autor des e-Books „Ein Jahr unter Piraten“, Wolfgang Reeb, erzählt von seinen Erfahrungen mit der jungen Partei. Reeb hätte niemals daran geglaubt, noch einmal in seinem Leben politisch aktiv zu sein. Doch er hat es gewagt, mitten in der Aufbruchstimmung selbst ein Pirat zu werden und die Entwicklungen zu dokumentieren.

Wolfgang, worum geht es in deinem neuen Buch?

Als ich im März 2011, die Piraten kennengelernt hatte, war mir sofort klar, dass diese Partei ein großes Potential hat. Einen Monat später besuchte ich den Parteitag in Heidenheim. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. Anfangs fühlte ich mich noch wie auf der Cebit, weil fast jeder der Teilnehmer vor einem Laptop saß. Auch die vielfältigen Schattierungen der zumeist jungen, politisch Interessierten Erwachsenen hat mich beeindruckt. Auf diesem Parteitag war alles vorhanden: von Lederoutfits, provokativen Dekolletés, bis zu brav, biederen Leuten. Zu meinem Erstaunen wurde das Spektakel von den Medien kaum beachtet. Auf der Rückfahrt gab es auf SWR3 eine knappe Meldung, dass der Parteivorsitzende Merz hieße. In diesem Moment war die Idee für das Buch geboren. Ich habe anschließend jede Woche Medienberichte und Umfrageergebnisse gesammelt, Interviews geführt und diese kommentiert. Nach der Berlinwahl bin ich dann nicht mehr nachgekommen. Dort endet das Buch.

EBook Tipp PiratenWarum sind die Piraten für Dich so interessant im Vergleich zu anderen Parteien?

Vor allem wegen den Mitgliedern. Das sind die Söhne und Töchter der „etablierten“ Parteien, die sich nirgends aufgehoben fühlten und sich jetzt mit ihren eigenen Ideen zu einer politischen Kraft zusammengeschlossen haben. Es ist ein Gegenentwurf zu dem abgetragenen Politgeschäft der letzten Jahre. Mich reizt die Perspektive, mit diesen jungen Menschen etwas umzusetzen.

Jetzt haben die Saarpiraten relativ kurzfristig Gelegenheit an den vorgezogenen Landtagswahlen teilzunehmen. Wie schätzt Du die Chancen ein?

Natürlich spielt Wahlkampferfahrung eine wichtige Rolle. Aber insgesamt schätze ich die Chancen ganz gut ein. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir nicht auf die anderen Parteien eindreschen, sondern einen Wahlkampf mit Sachthemen führen.

Wolfgang_Reeb-0015Was sind nach Deiner Meinung die wichtigsten politischen Themen für das Land?

An erster Stelle steht sicherlich die Wirtschaftspolitik. Hier könnte mehr für junge Unternehmensgründer getan werden. Auch kann der Standort Saar für kleine und mittelständische Unternehmen wesentlich attraktiver gemacht werden. Sicherheitspolitik ist ein Thema nicht nur, was Fragen des Internets angeht. Generell braucht das Saarland dringend eine Aufbruchstimmung, die von „Unten“ ausgeht.

Du hast eine Webseite ins Leben gerufen „Unternehmen für Piraten“. Worum geht es dabei?

Ich finde den Dialog ganz wichtig. Bei dieser Veranstaltung besuchen wir saarländische Unternehmen und hören uns an, wo der Schuh drückt. Umgekehrt können Unternehmen natürlich auch etwas über die Piraten lernen.

Wirst Du Dich auch zur Wahl aufstellen lassen?

Ich stehe bereit: Ich bin ein Pirat!

Interview: saar-scene Bilder: Jean M. Laffitau

www.unternehmen-fuer-piraten.de

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