Tach, Herr Rach!

Der Restauranttester im Saarland

_MG_1594-BearbeitetDer gebürtige Saarländer Christian Rach ist einer der beliebtesten „Coaching“-Moderatoren Deutschlands. Gelegentlich kommt der Sternekoch auch mal in seine alte Heimat, um ein Restaurant vor dem Untergang zu retten. Wir sind dem Wahl-Hamburger bei der Produktion einer Folge in Neunkirchen in die Küche gegrätscht.


Wie hat sich im Vergleich zu Ihrer Jugend das Konsumverhalten der heutigen Kids in Bezug zur Gastronomie verändert? Hat es sich überhaupt verändert?
Selbstverständlich, in den Zeiten von Facebook und Co haben wir eine ganz andere Jugend. Früher gab es noch Münztelefone, die kennen die Jugendlichen heute schon teilweise nicht mehr. Und in den Kneipen gab es Croque Monsieur und Spaghetti Bolognese. Damit kann man heute keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken. D.h also das Zeitalter von Münztelefonen ist schon lange vorbei, ich glaube das viele schon nicht mehr wissen, was das war und dass man da zwanzig Pfennig reinwerfen musste und woher soll man das auch wissen. Und so ist auch gastronomisch genau so.
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Welche Eignung braucht man, um erfolgreich eine Ausbildung in der Gastronomie zu absolvieren?
Wenn man in der Gastronomie arbeitet, muss man sich darüber im Klaren sein, dass sich über kurz oder lang die Freundessituation ändern wird, wenn die anderen ausgehen, arbeitet der Gastronom und der Koch und der Lehrling und der Kellner. Der Feierabend liegt in der Regel spät in der Nacht. Man kann, wenn man einen geregelten Dienstplan hat, sich an Wochenenden oder zwei freien Tagen mit seinen Freunden treffen. Das muss man wissen.


Welchen Tipp haben Sie für junge Menschen, die sich in der Gastronomie mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen wollen. Was sind die typischen Anfängerfehler?
Man sollte sich zuerst fragen „Was kann ich?" Dann sollte man sich fragen „Was will ich mit dem, was ich kann?“. Dann sollte man sich fragen „Wo soll ich das, was ich kann und will umsetzten“ und als Viertes: mit wem. Diese vier W- Fragen werden meines Erachtens leider viel zu spät oder überhaupt nicht gestellt und dann ist es eigentlich vorprogrammiert, dass man scheitert. Also Standortanalyse und die eigene Qualität und das eigene Können einschätzen sind die Grundvoraussetzungen.


Gerade in der ersten Bude oder in der Studenten WG merken viele, dass sie gar nicht kochen können. Jetzt kommt aber die neue Flamme zu Besuch und man möchte etwas anbieten. Wir brauchen ein todsicheres, leckeres und im besten Fall erotisierendes Christian Rach Notfallrezept.
Wenn man gar nichts kann und möchte man noch ein erotisierendes Gericht, dann sollte man besser die Finger davon lassen, denn das wird mit Sicherheit nicht klappen. Es sei den man verbrämt das alles mit viel Humor und Spaß. Wenn man vorher nie gekocht hat, dann soll man ein tolles Rührei mit Speck machen und ein schön getoastet Landbrot dazu, mit Schnittlauch bestreut. Vermutlich wäre das eine Möglichkeit, aber wenn man noch nie ein Rührei gemacht hat, geht wahrscheinlich auch das schief.

Interview: Vincenzo Torcoli Bilder: Sebastian Blatt

www.christianrach.de

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