Biotop der Kreativität
ASP verzaubern mit einer Mischung aus dunklen Klängen und deutscher Dichtkunst. Im Jahre 1999 gegründet, begeistern sie seit ihrem Durchbruch 2005 auch Fans jenseits der schwarzen Szene.Der Song „Biotopia“ handelt, wie viele deiner anderen Stücke auch, von Einsamkeit. Ist Einsamkeit positiv oder negativ? Wird der moderne Mensch immer weiter vereinsamen oder wird man wieder zueinanderfinden?
Die Einsamkeit, um die es in meinen Songs vor allem geht, ist eine sehnsuchtsvolle, eine schmerzliche. Und vor allem ist es eine Einsamkeit unter Menschen. Wir haben heute eine Vielzahl von Möglichkeiten geschaffen, die Nähe zu den Mitmenschen zu verringern, anstatt ein angenehmes Miteinander zu schaffen. Gerade die technischen Möglichkeiten werden selten dazu genutzt, ein soziales Miteinander zu fördern. Meist ist das einzige, was gefördert wird, die Oberflächlichkeit. Bestes Beispiel: Das Web im Allgemeinen, Facebook im Speziellen. Wer behauptet, Social Networks würden menschliche Nähe schaffen, der kann auch behaupten, seit die Menschheit das schnelle Reisen via Flugzeug beherrscht gäbe es weniger Kriege auf der Welt. Wir erfinden alles Mögliche und kommen dann seelisch nicht hinter unserer Technik hinterher.
Du hast die sorbische Sage um Krabat in einem Song verarbeitet. Was fasziniertdich am meisten an diesem Stoff?
Ich gestehe zunächst offen und ehrlich, dass ich - hätte nicht der großartige Otfried Preußler einen umwerfend guten Roman aus dem Stoff gemacht - vermutlich nicht darauf gestoßen wäre, wenn ich nur die Sage als Grundlage gekannt hätte. Bei Krabat fasziniert mich vor allem der innere Konflikt des Protagonisten zwischen der Versuchung von der großen Macht, welche ihm die Magie ihm angeblich bringt und dem Verlust seiner Menschlichkeit.
Was bedeutet Kunst für Dich?
Kunst ist für mich vor allem eines: Ein Haufen mühevolles Handwerk mit einer Prise Inspiration. Ich wollte nie etwas anderes machen und hoffe, die aktuellen Entwicklungen in der Musiklandschaft lassen mir wenigstens noch ein paar Jahre Zeit, um als Schöpfer schöner Dinge meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Was kann man 2012 noch alles von ASP erwarten?
Unter anderem habe ich gerade die Kreativarbeiten an meinem Versroman „Der Fluch“ beendet, welcher als Buch-Hörbuch-Kombination ebenso erscheinen soll wie als aufwändig illustrierte Ausgabe. Dann kommt noch eine neue ASP-CD, GeistErfahrer-EP, die sechs Stücke umfasst und passend dazu gehen wir ein bisschen auf Deutschlandtournee.
Interview: Kristina Scherer Bild: Band
www.aspswelten.de
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