Orphelia De Winter

Singing Burlesque

Andreas münchbach Photography (1)Die gebürtige Luxemburgerin Orphelia De Winter ist ein kleiner Star in der Burlesque-Szene. Sie bewegt die schönen Lippen zur Musik nicht nur, sondern singt auch selbst. Kein Wunder, schließlich hat Orphelia eine Ausbildung Musicaldarstellerin absolviert. Jetzt tritt sie im legendären Hamburger „Queen Calavera“ auf und hat dort schon mit Leolilly und Sandy Beach (Model Madness 2011) die Hüften geschwungen. Ein Engagement in Olivia Jones Showclub hat die schöne Luxemburgerin mittlerweile ebenfalls erhalten.

Wie bist Du Burlesquetänzerin geworden?
Ich war schon von klein auf fasziniert vom Variete und Vaudeville. Ich träumte immer davon, irgendwann als Showgirl im Moulin Rouge zu tanzen. Auch die Musikfilme der 50er 60er Jahre wie: Guys and Dolls, Cabaret, On the Town, hatten es mir angetan und so wollte ich unbedingt zum Musical. Ich kam nach Hamburg machte meine Ausbildung zur Musicaldarstellerin und bemerkte, dass die Musicalszene in Deutschland so gar nicht mein Fall war. Ich liebte die großen Broadway Klassiker der alten Zeit, die unzertrennlich mit Glamour und schönen Frauen verbunden waren und nicht die modernen Partymusicals.
So entschloss ich mich dazu, meinen eigenen Weg zu gehen. Da ich aber weiterhin alle drei Sparten: Gesang, Tanz und Schauspiel, bedienen wollte und ich schon immer einen Hang zur Erotik hatte, fand ich zum Burlesque. Für mich die perfekte Mischung zwischen Revue und Musical und somit die Lösung für mein Problem. Hier konnte ich mein ganzes Können einbringen und zusätzlich meinem Traum des Moulin Rouge näher kommen.

Andreas münchbach Photography (2)Wie hast Du den Weg von Luxemburg ins Queen Calavera gefunden?
Zu der Zeit habe ich schon einige Jahre in Luxemburg gelebt. Die Geschichte ist recht einfach erzählt. Ich arbeitete zu dem Zeitpunkt als Barkeeperin in einem Pub, ganz in der Nähe vom Queen. Irgendwann stand eine große Rothaarige vor mir und fragte: "..sag mal, hast du nicht Bock bei uns zu tanzen?". So habe ich Eve Champagne kennengelernt und eins führte zum anderen. An einem Donnerstag bin ich dann zur Chefin, hab mich ihr vorgestellt, gezeigt, welche Shows ich im Repertoire habe und nach einem Probeauftritt gehörte ich zum festen Ensemble.

Und wie kam es zu dem Engagement in Olivia Jones Showclub?
Hier muss ich der lieben Eve Champagne einen großen Dank aussprechen. Sie hat mich über das Casting informiert. Zu dem Zeitpunkt gehörte sie bereits zu Olivias Team und meinte ich müsse unbedingt mitmachen damit Eve und Orphelia wieder vereint sind. Das habe ich dann auch getan. Hoch auf die Castingbühne, mal eben die Jury von den Stühlen gepustet, und dann hieß es warten. Kurz danach bekam ich dann die freudige Nachricht, dass ich nun zu Oliva Jones Showclub Team gehöre. Und ich muss sagen, es macht einen riesigen Spass die Bühne zu rocken. Das Publikum ist spitze und wartet nur darauf in eine ander Welt entführt zu werden.

Was bedeutet Burlesque für Dich?
Für mich ist Burlesque Weiblichkeit, Erotik, Stilsicherheit, Glamour, Selbstbewusstsein, Verspieltheit und Stärke. Burlesque ist, wenn, Frau ihren Koffer selber schleppt und dabei noch ihren Mann geschulter hat.
Burlesque ist für mich die wahre Emanzipation. Eine starke Frau, die weiß, was sie will und trotzdem ganz Frau ist, ohne ein schwaches Weibchen zu sein.

_MG_0572Du singst auch live während Deiner Shows. Ist nicht schwer gleichzeitig sexy zu sein, eine Choreographie zu tanzen und noch gut zu singen?
Hier kommt mir natürlich extrem meine Musicalausbildung entgegen. Es ist schon nicht so einfach alles gleichzeitig zu kombinieren, aber dafür ist der Effekt auch dementsprechend groß. Ich achte immer extrem darauf, dass meine Choreografien sehr sicher sind und ich meinen Songtext im Schlaf beherrsche. So kann ich mich mehr auf das Wesentliche konzentrieren und zusätzlich mit dem Publikum interagieren. Das, sexy und verführerisch sein, fällt mir, hoffe ich, recht leicht. Meine klassische Tanzausbildung kommt mir hier mit Sicherheit sehr entgegen. Am meisten beeindruckt sind die Zuschauer allerdings, wenn ich singe und zusätzlich noch auf Spitze tanze, da geht meistens ein Raunen durch's Publikum.
Das Schwierigste ist allerdings, dass man auf ein Playback angewiesen ist. Man hat keine künstlerische Freiheiten und ein kleiner Ausrutscher kann eine ganze Show zum Desaster werden lassen. Zum Glück wurde ich von dieser Situaion verschont. Mein Traum wäre es, einmal mit einer Live Band auf einer rieigen Bühne aufzutreten.

Im Vorgespräch hast Du erzählt, dass Du auch schon mit Leolilly und Sandy Beach (im Saarland durch Model Madness bekannt) die Hüfte geschwungen hast. Klingt nach einer überschaubaren Szene, oder?
Das stimmt, ich stand unter Anderem mit Größen wie Golden Treasure, Leolilly, Eve Champagne, Sandy Beach, Eden, Xarah von den Vielenregen und noch vielen mehr auf der Bühne. Auch als Conferenciere habe ich mit Armitage Shanks zusammen durch Burlesque Events und Galas geführt.
Dass die Szene überschaubar ist, kann man zur Zeit nicht behaupten.
Nein, Burlesque boomt geradezu. Man könnte sogar bösartig meinen, jede zweite Hausfrau fühlt sich nach eine Burlesqueworkshop zum Profi berufen. Es sprießen zur Zeit Burlesque Tänzerinnen wie Pilze aus dem Boden. Jede deutsche Stadt hat bereits ihre eigene Burlesquetruppe und das macht sich auch bemerkbar.
Es wird schwieriger, gutbezahlte Auftritte zu finden. Man ist ständig dabei, sich wegen seiner Gage zu rechtfertigen.
Viele Veranstallter wollen bei dem Überschuss an Tänzerinnen kein Geld mehr ausgeben oder sie haben so schleche Erfahrungen gemacht, dass sie nur noch Tänzerinnen aus dem Ausland buchen. Denn oft lässt die Qualität der Shows zu wünschen übrig und daraus ziehen Publikum und Veranstalter oft die falschen Schlüsse.
Auch im Burlesque gilt, wie überall in der Unterhaltungsbranche; wer Qualität haben will, muss sie auch bezahlen können.
Am vorteilhaftesten ist es, wenn man etwas Besonderes anzubieten hat wie bei mir das "SingingBurlesque". Andere spezialisieren sich auf Feuershows, andere auf Akrobatik, Haupsache man kann sich von der breiten Masse absetzen.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt in welche Richtung sich die Burlesqueszene noch entwickelt.

Interview: Markus Brixius Bild: Andreas Münchbach Photography und Kerstin Seipt Photography

www.OrpheliadeWinter.de

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