Graffiti-Art an der Autobahn 620
Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und Erik Schrader, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Saarbrücken, haben das Kooperationsprojekt „Urban Art Meeting 2012“ bei einer Pressekonferenz im Saarbrücker Schloss vorgestellt.
Vom 24. bis 26. August werden zahlreiche geladene Künstler großformatige Graffitibilder an der Betonmauer unter der Autobahn 620, gegenüber des Saarbrücker Stadens, gestalten. Unter den Künstlern werden sowohl Maler-Pioniere der ersten Generation als auch junge Talente sein, sowohl aus europäischen Großstädten wie Luxemburg, Wien, Brüssel, Lille, Berlin, Hamburg und München als auch heimische Künstler aus dem Saarland.
Nach den Worten Peter Gillos sei die Mauer ein wertvoller und vor allem legaler Platz für künstlerisches Arbeiten: „Die Graffiti-Mauer am Staden ist eine gute Sache. Ich bin gegen das Bemalen von Privateigentum. Graffiti gehört für mich auf legale Wände im öffentlichen Raum. Die Mauer bietet in Saarbrücken eine positive Handlungsalternative für Leute, die legal sprühen wollen.“
Das Graffiti-Meeting findet bereits zum dritten Mal statt, dieses Jahr anlässlich des zehnten Jahrestages. Im August 2002 wurde die Wand mit Unterstützung des damaligen Stadtverbandes, der Landeshauptstadt und dem saarländischen Wirtschaftministerium eingeweiht. Zuvor hatte sich der ehemalige Verein Saargebeat, gegründet von Musikern, Tänzern und Künstlern der saarländischen HipHop-Szene, für die Legalisierung eingesetzt. Mit 1.800 m² Fläche ist die Mauer am Staden eine der größten legalen Graffiti-Flächen Deutschlands. Das Projekt wird unterstützt von der Stiftung ME Saar, der Sparkasse Saarbrücken, Symolo, schlau.com und Wasserstrahltechnik Klein.
Umrahmt wird das internationale Treffen mit zwei Veranstaltungen in Saarbrücker Clubs, Vorträgen sowie einer Kunstausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken. Vom 16. August bis 7. September präsentiert die Stadtgalerie ein zeitgenössisches Bild dessen, was heute oftmals unter dem Begriff „Urban Art“ tituliert wird. Freie Illustration, Grafik, Comic-Kunst, Graffiti und andere Gestaltungsrichtungen verschmelzen zu etwas eigenständigem, was weltweit für Begeisterung und oft hohem Besucherandrang sorgt.
Zur Ausstellungseröffnung am 16. August gibt es zwei Vorträge von Martin Gegenheimer vom Berliner Archiv der Jugendkulturen, zu den beiden Themen: „Legal, illegal, scheißegal!?! – Graffiti und Jugendkriminalität“ und „Aus New York über Berlin nach Zehdenick: die globale Weiterentwicklung der Graffitikultur seit den 1960er Jahren“
Die Schirmherrschaft über das internationale Künstlertreffen übernehmen Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Der vollständige Name des Kooperationsprojekts „45/60 Urban Art Meeting 2012“ leitet sich aus der offiziellen Nummerierung des betreffenden 450 Meter langen Autobahnabschnitts der A620 her.
Text und Bild: Veranstalter
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